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Yogaausbildung Erfahrungsbericht IV

Hey, so langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, was es heißt, ein Lehrer zu werden. Die Ausbildung bei Spirit Yoga Berlin nimmt an Fahrt auf. Die Hausaufgaben werden umfassender und Yoga rutscht immer tiefer in meinen Alltag und mein Denken. Aber lest selbst.

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Dieses Wochenende war thematisch fast schon überladen. Wir sind in so viele, sehr unterschiedliche Themenbereiche eingetaucht, dass der Kopf dem Rauchen nahe kam. Ich unterteile diesmal nicht chronologisch, sondern nach Lehrer*innen und beginne mit Andrea, bei der meine Gruppe Samstagvormittag „vorturnte“. Wir gaben gemeinsam eine 80 minütige Yogaklasse. Immer eine/r unterrichtete, während die anderen praktizierten. Am Ende gab es eine ordentliche Portion Feedback. Ganz yogisch kam es harmonisch und mit dem Lob zu erst. Gefühlt blieb trotzdem kein Faux Pas unbemerkt und es gab einigen Input für die nächste Runde in der kommenden Woche.

Patricia hatte uns alle drei Tage für einige Stunden. Wir haben die vier Elemente in Bezug auf das Leben allgemein und die Yogapraxis angewandt und die Wichtigkeit einer ausgeglichenen Mischung besprochen. Danach ging es philosophisch noch etwas tiefer zu den Kleshas. Damit sind fünf Leiden gemeint, die der Klarheit unserer Wahrnehmung im Wege stehen und so Dukha (Schwere) verursachen und uns den Zugang zu Purusha, dem Unveränderlichen in uns, unserer Essenz verwehren. Auf körperlicher Ebene ist auch einiges passiert. Wir haben uns nochmal etwas inniger mit einer meiner liebsten Asanagruppen den Umkehrhaltungen beschäftigt und die nächsten Sequenzen für eine neue Yogaklasse gelernt. Diesmal sind sie etwas komplexer geworden und wir dürfen Hilfsmittel, Musik und Hands-On nutzen. Außerdem haben wir die typische Nackenmassage im Shavasana (der Schlussentspannung) gelernt. Wer also mal einen einminütigen Entspannungsquickie für seinen Nacken braucht, kann sich hinten anstellen. Die Warteliste ist lang 😉

Eine besondere Begegnung war auf jeden Fall Bernd Bender und seine stoische Gelassenheit aus dem Akazienzendo. Er brachte uns Meditation näher und das will bei mir schon was heißen, denn bisher fehlte mir der Zugang und jetzt übe ich mich täglich darin. Den Abschluss machte am Sonntag Matthias Tietke mit einem Überblick über die 5000 Jahre alte Herkunftsgeschichte des Yoga.

Challenge

Wie gesagt, fehlte mir bisher der Zugang zur Meditation in sitzender Form. Yoga an sich und auch meine Praxis in der Art du Déplacement haben für mich etwas Meditatives. Sitzen in Stille und Konzentration hat aber nochmal eine ganz andere Qualität. Zusätzlich zu unserer regelmäßigen Yogapraxis haben wir die Aufgabe bekommen, künftig 10-20 Minuten zu meditieren. Das heißt bei mir in etwa 6 mal die Woche. Momentan gleicht meine Meditation noch einem großen Experimentierfeld. Sitzen und beobachten, was passiert. Meine Gedanken scheint es auf jeden Fall zu ordnen und meine Stimmung zu heben. Mich würden eure meditativen Anfänge unheimlich interessieren. Gerne auch persönlich.

Lektion

In einer geführten Meditation leitete Bernd unser Körpergefühl an der Wirbelsäule entlang und von da aus in unser Inneres und zu unseren Gefühlen. Da die letzten Wochen ein paar eher unangenehme Ereignisse bereit hielten, erwartete ich natürlich ein verletztes Selbst vorzufinden und bereitete mich schon auf den Umgang mit etwaigen Emotionen vor. Dabei wurde mir bewusst, dass mich die Erwartungen genau nach diesen Verletzungen Ausschau halten ließen. Ganz sicher sind da welche, aber ich wäre gar nicht offen gewesen etwas anderes wahrzunehmen. Es dauerte noch ein paar Tage vom Erlebnis bis zur Erkenntnis. Jetzt bin ich mir sicher. Tief drinnen sind Freude, Feuer, Zuversicht und mehr braucht es nicht. Nur die Verbindung zu sich sollte nicht verloren gehen.

Empfehlung

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich kann ich euch nur meine ganzen Hausaufgaben ans Herz legen (Dass ich das mal sage…). Regelmäßiges Meditieren, das Üben von Umkehrhaltungen für einen Perspektivwechsel und die Reflexion des eigenen Lebens auf die Kleshas.

Kleine Anekdote

Ich weiß, ich mag die lustigen Anekdoten auch lieber, aber diesmal wird es einfach nur freudig. Eine Freundin (danke Julia) hat mich an ihren Arbeitsplatz (NABU) vermittelt und ich konnte das erste Mal den Ernstfall proben und eine komplette Klasse (45min) unterrichten. Es wird noch besser. Ich habe mich bewährt und darf da jetzt öfter vor der Mittagspause Harmonie stiften. Whoop whoop. War ein schöner Start.

Das Foto stammt aus dem Spirit-Yoga-Studio in Mitte.

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