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Yogaausbildung Erfahrungsbericht II

Hey, ein weiterer Block der Ausbildung bei Spirit Yoga Berlin ist rum und es ist Zeit, meine Gedanken in Schrift umzuwandeln. Eigentlich bin ich etwas spät dran und mein Kopf ist noch voller unverarbeitetem Input, weil ich direkt nach der Ausbildung für drei Wochen auf Rucksacktour durch Indien war. Aber das wird eine andere Geschichte.

Inhalt

Ich hoffe, noch alles rekapitulieren zu können. Es waren wirklich einige sehr verschiedene Themen in den drei Tagen. Manch einen brachte wahrscheinlich bereits das erste Thema am Freitagabend an die Grenzen des Schamgefühls. Ich bin ganz froh, dass meine Mutter eine Zeit lang zur Logopädie gegangen ist und ich etwas Kenntnisse aus dem Musikbereich mitgebracht habe, sonst hätte mein Kopf mangt über 40 laut gähnender und willkürlich im Raum rumirrender Yogis und Yoginis evtl. gestreikt. Wir hatten Stimmtraining. In einer Gruppe ist das wirklich eine witzige, aber trotzdem super sinnvolle Sache. Hab die Übungen direkt jedem Bekannten gezeigt, den ich danach getroffen habe.

Nachdem der Freitag so lange ging, der Samstag recht früh startete und bei mir noch die Anfahrt aus Potsdam dazukam, muss ich gestehen, trotz großem Interesses während der Pranayamaschulung (Atemtechniken etc.) kurz weggenickt zu sein. Vielleicht war auch mein Mittagessen zuvor zu mächtig. Wir sind in den zwei Tagen noch Zentrumsübungen und einige Dinge des Lehrerdaseins wie Auftreten, Verantwortung, Absichten etc. durchgegangen. Kleines Highlight waren sicherlich die Sonnengrüße am Sonntag. Wir haben die verschiedenen Abfolgen und Varianten gelernt und sie uns gegenseitig unterrichtet. Wirklich schön, so früh schon an die Rolle des Unterrichtenden geführt zu werden. In dem Zuge wurden wir auch Mentorlehrer*innen zugeteilt. Meine ist Andrea Mende.

Challenge

Vor dem ersten Anleiten entstanden bei mir im Kopf bereits Vorstellungen, wie ich gerne Auftreten möchte, was ich ausstrahlen will, wie meine Stimme klingen soll, welche Worte ich wähle usw.. Im Moment, wenn es darauf ankommt, aber nicht einzuknicken und genau zu tun, was im Kopf so schön vorbereitet ist, ist wirklich eine Herausforderung, die des Öfteren in Gelächter endete, aber nicht verbergendem sondern welchem vom Herzen. Der Weg ist auf jeden Fall noch lang, aber läuft sich ganz angenehm.

Lektion

Während der Atemübungen und auch während der Ethikschulung haben wir über die Verantwortung eines Lehrenden gesprochen. Da kamen Dinge zur Sprache, über die ich mir zuvor wenig Gedanken gemacht hatte, vielleicht weil ich mich mittlerweile ziemlich gefestigt fühle und denke, nicht so viel angestaut zu haben. Übungen, Worte und Musik sollten mit Bedacht gewählt werden und soweit möglich den Praktizierenden angepasst werden, um Emotionen nicht nach Belieben aufzuwühlen. Die äußere Form ist den Schüler*innen anzusehen und es kann entsprechend darauf eingegangen oder korrigiert werden. Das Innere ist aber dem/der Schüler*in vorbehalten. Mitunter kann man da großen Einfluss haben oder wunde Punkte treffen, ohne ein direktes Feedback zu sehen. Das sollte man nie vergessen.

Empfehlung

Stürzt euch in etwas Neues und Unbekanntes. Lasst euch ganz wertungsfrei darauf ein. Egal, wie euer Fazit im Nachhinein ausfällt, das Verlassen vertrauten Terrains und neuer Input bringen etwas kindliche Neugier und Nahrung für den Kopf. Leben heißt Erfahrungen machen. Habt daran teil. Es zahlt sich aus.

Kleine Anekdote

Diesmal bin ich von der Tollpatschigkeit verschont geblieben. Also nicht wundern, wenn das Ende nicht so humorvoll ist. Im ersten Block hatte ich Patricia in der Pause Fragen zur Atmung beim Vor- und Zurückspringen im Ashtanga gestellt. Es gab da ein paar kleinere Unklarheiten. In diesem Block hat sie mich noch mal darauf angesprochen und Infos nachgeliefert. So viel Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten, die nicht mal direkt die Ausbildung betreffen, ist wirklich großartig und selten. Da fühle ich mich gleich noch besser aufgehoben.

Die Bilder stammen von der Indienreise. Beim Zweiten ist ein Traum wahrgeworden. Kopfstand im Flugzeug oder romantischer über den Wolken. Das Erste ist etwas kitschig und aus Patnem Beach.

Kopfstand im Flugzeug
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